© Günther Ortner
Um Lernprozesse in Gang zu setzen, sind paradoxe Interventionen therapeutisch oft erfolgreich, aber im Feld des Politischen schwierig zu implementieren.
„…dass wir alle eben einen Beitrag leisten…“, meinte der österreichische Bundeskanzler (Trend, 01.09.2025), resignierend zu jenem Desaster, das nur wenige verbrochen haben, und lässt die Pensionen deutlich unter der Inflationsrate erhöhen – mit grosser Nachhaltigkeit für die Folgejahre. Pflege, Gesundheit und – demokratisch weniger gravierend – Bildung werden folgen.
Von den 80-90 Milliarden Euro für den Schuldendienst des Bundes allein für 2025 werden noch die Enkel der Pensionisten träumen.
Der österreichische Erstligist SV Ried hat Probleme, sein nächstes Meisterschaftsspiel zu bestreiten, weil die halbe Mannschaft an Corona erkrankt ist, und verliert schliesslich mit Ersatzspielern sein Heimspiel 0:2.
Die Österreichischen Bundesbahnen verschieben zweigleisige Ausbaupläne im Tiroler Oberland, um verlässlichere Verbindungen über den Arlberg bis in die Schweiz zu schaffen (ORF, 13.09.2025), weil die fehlenden Mittel für klimafreundlichen öffentlichen Verkehr priorisiert werden müssen.
Auch der Wiener U-Bahn-Maulwurf muss seine Gefrässigkeit ein wenig zügeln. Gerne hätte er die pandemischen fünf Milliarden Euro für „Testen, testen, testen…“ gehabt, um ein wenig schneller voranzukommen.
Österreich ersetzt seine energiepolitische Abhängigkeit von Russland durch jene von Norwegen, das seinen Staatsfonds 2025 mit fast zwei Billionen Dollar für seine fünf Millionen Einwohner füttert, und den USA und leistet somit seinen kostspieligen Beitrag zu „leicht unterschiedlichen“ Energiepreisen Europas und den USA für ausreichende „Wettbewerbsfähigkeit“.
Der grosse „Dealmaker“ hat im ukrainischen Stellvertreterkrieg resigniert und gibt sich vorerst mit den Rohstoffen der Ukraine und den Waffenkäufen der kriegsgeilen Europäer zufrieden. Zur Beendigung des Krieges bedürfte es einer paradoxen Intervention, an der die europäische Kommission und die NATO fieberhaft arbeiten.
Nicht allen Paradoxien eignen paradoxe Interventionen!