Paradoxien

© Günther Ortner

Das teutsche Paradox

Der grösste österreichische Landschaftsmaler aller Zeiten (GRÖLMAZ) folgt seiner inneren Berufung und beschliesst Politiker zu werden, um als grösster Feldherr aller Zeiten (GRÖFAZ) die preussischen Pickelhauben nicht nur Mores, sondern auch Geschichte zu lehren, um mit dem Feindbild des „Ewigen Juden“ nicht nur die Bedrohung Deutschlands durch das „jüdische Parasitenvolk“ zu zeigen, sondern auch jegliche Skrupel hinsichtlich der Notwendigkeit von dessen Ausrottung zu beseitigen.

Die Kommissionspräsidentin und die deutsche Politik erliegen dem Charme eines kleinen ukrainischen Schauspielers und dessen Russenhass, um die Bedrohung Deutschlands durch Russland glauben zu machen und beseitigen jegliche Skrupel hinsichtlich der Notwendigkeit des Opfertodes Hunderttausender junger Menschen mit der Verteidigung europäischer Werte, um die Transformation eines Europa der „Römischen Verträge“ der friedlichen Zusammenarbeit in ein rassistisches Europa der Ausgrenzung und kriegerischen Konfliktlösung zu bewerkstelligen. 

Das imperialistische Paradox

Der Präsident der USA sichert sich die Rohstoffe der Ukraine als Benefiz für bereits gelieferte Waffen und bedankt sich bei den Europäern für die Lieferung zukünftiger Militärhilfen. Der wie ein wohlerzogener Schuljunge daneben sitzende europäische NATO-Generalsekretär bedankt sich artig für die Möglichkeit, die Waffen zu bezahlen und am Wiederaufbau- und Resilienzplan der Ukraine im vom ukrainischen Präsidenten geforderten Ausmass von 850 Mrd. Euro mitwirken zu dürfen.

Das kapitalistische Paradox

Donald Trump: „The European Union was formed in order to screw the United States – that’s the purpose of it. And they’ve done a good job of it. But now I’m president.” – „Die Europäische Union wurde gegründet, um die Vereinigten Staaten zu bescheissen – das ist der Zweck davon. Und sie haben es gut gemacht. Aber jetzt bin ich Präsident.“ 1)

Die Strategie des US-Präsidenten, Zölle als Waffe einzusetzen, um eine Billion Dollar Staatsschulden zu dezimieren und die Staatskasse wieder prächtig aufzufüllen, wird von den europäischen Konkurrenten mangels alternativer Möglichkeiten zur US-Nachfrage und der nach der Finanzkrise noch stärker dominierenden Leitwährung nolens volens akzeptiert und mit dem Kauf von amerikanischen Waffen für die Ukraine demütig beantwortet.

Das österreichische Paradox

Der Kurz-Anschober-Gewessler-Kataklysmus. Das „Koste es, was es wolle“-Axiom. Der Rest ist Schweigen. Oder „Gürtel enger schnallen“?

Oder vielleicht doch ein gemeinsames, europäisches Rüstungsprojekt, kooperativ und gross gedacht, wie der österreichische Bundespräsident meinte, zur Verteidigung des grossartigen, strahlenden Friedensprojekts Europa? Das Axiom des „Ewigen Opportunisten“ in interessanten Zeiten! 

1)   SPIEGEL, 27.02.2025 https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-die-eu-wurde-gegruendet-um-die-usa-zu-bescheissen-a-1a4ad558-df0f-47ca-a112-d7be6fa22f50