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  • Die Unersetzliche oder Wie der Krieg sich weiterdreht

    Der Monat Jänner hatte gut begonnen, als die Präsidentin der EU-Kommission zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt bekanntgab, sich noch nicht für eine Wiederkandidatur für das Amt in zwei Jahren entschieden zu haben, um sich der rechtzeitigen Zustimmung ihrer Claqueure zu versichern. „Ursula, du bist unersetzlich wie die glitzernden Pretiosen des Grünen Gewölbes!“, tönte es sogleich aus allen Ecken Europas. Ob der Korruptionsskandal im EU-Parlament oder jener im Umfeld des befreundeten ukrainischen Präsidenten für den Wankelmut…

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  • Waffenbrüder

    Zusammenstehen, Schulterschluss, Freundschaft und Werte als Allheilmittel gegen die dystopische Fratze der Spaltung, Fragmentierung, Inflation, Rezession, Energieklemme, des Protektionismus für die von Alpträumen geplagte pazifistische Nomenklatura westlicher Provenienz.  „Wir müssen wissen, wie wir wieder Waffenbrüder werden können“, meinte der französische Präsident anlässlich seines Staatsbesuchs zu seinem Gastgeber in Anspielung auf die beiden siegreichen Weltkriege und warnte seinen Freund, den Biden Joe, vor einer „Fragmentierung des Westens“. Diesmal waren aber nicht unterschiedliche Vorstellungen über die Kampfführung…

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  • MWSt Societas Europaea (SE)

    Auf blankem Schädel die Lesebrille, den klaren Blick demutsvoll dem Schöpfer oben zugewandt, durchschritt der kleine Denker aus dem grossen Land der Kuenringer die Säulenhalle des Tempels am Ring, um Vergebung bittend und Erleuchtung. Kaum war die Kritik der mieselsüchtigen Opposition des vergoldeten Instrumentes wegen verklungen, dräute erneut Unheil dem jeglicher Korruption und schändlichen Nepotismus abholden Präsidenten wegen dessen kuratorischer Bestellung des Museumsdirektors und dessen Frau als Subunternehmerin zwecks Schmückung der heiligen Hallen mit göttlicher…

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  • Heimkehr nach Lemberg

    Der alte Herr hatte es schnell begriffen. Die Chance, die sich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ergeben hatte, war die einmalige Gelegenheit der Restitution der schon tot geglaubten Habsburgermonarchie. Vor allem mit den Tschechen, aber auch den Ungarn war nicht zu rechnen, zu tief sass deren historischer Groll auf den Völkerkerker Österreich. Aber Galizien als Kernland einer neuen Österreichisch-Ukrainischen Monarchie war der zarte Hoffnungschimmer für die Rehabilitierung des Vielvölkerstaats. Und so betrieb der alte Herr…

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  • Schüttbilder

    Hermann Nitsch ist damit berühmt geworden. Anfänglich heftig umstritten und sogar mit Gefängnis bestraft, ist der Schöpfer des Orgien-Mysterien-Theaters letzten Endes dann doch in den Malerolymp aufgestiegen, ein typisch österreichisches Schicksal, ausgezeichnet mit dem Grossen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst. Vermutlich von ihm inspiriert, erlebt der Meister der Schüttbilder seine Wiederauferstehung in den aktuellen Schüttaktionen von Umweltaktivisten, deren Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom sich in Form von Tomatensuppe auf die Sonnenblumen Van Goghs oder Kartoffelbrei auf die Heuschober Monets…

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  • Die Fischerin vom Bodensee

    In lebhafter Erinnerung lebt jene Legende von der blonden Maid fort, die den Schulkindern noch heute Schrecken einjagt und den Anrainern des Schwäbischen Meeres wohlige Schauer verursacht, die Geschichte von der schönen Fischerin vom Bodensee, die, des konventionellen Fischens im von einem Schwan gezogenen Kahn und des Anblicks des Sees mit seinen lieblich tanzenden Nixen überdrüssig, in hybrider Verblendung Schwebenetze gegen Sprengstoff tauschte, um der Fischlein habhaft zu werden, und bei einem solchen Versuche im…

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  • ORF – is lei ans 1

    Lange grübelte die Kandidatin in der Millionenshow, wofür der erste Buchstabe des Akronyms ORF stehe, 0 für null Inhalt, oder war es doch ein des Umlauts beraubtes O für öffentlich-rechtliches Fernsehen, ehe sie sich für das Öffentliche entschied. „Oba na“, beschied der buachane2 Moderator aus dem schönen Kärnten, die hübsche Gitschn3 augenzwinkernd tröstend. „O“ is a Zwielaut, dem ma dos „E“ gstohln hot und steht fia Österreich, also Ö wia Elsardine4. „Wie ist das mit der Elsardine“,…

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  • Das europäische Projekt oder Über das Böse

    Die „Achse des Bösen“ hatte es noch George Bush 2002 genannt, die Erschütterung „vom wiederauflebenden brutalen Antlitz des Bösen“ Ursula von der Leyen 2022. Hannah Arendt hatte in ihrem Buch „Eichmann in Jerusalem“ 1963 von der „Banalität des Bösen“ gesprochen.  Klar ist, alle drei meinten etwas Verschiedenes. Die Idee von einem gemeinsamen Europa ist das Resultat der Bemühungen von Menschen unterschiedlicher nationaler und weltanschaulicher Provenienz, das Trauma zweier Weltkriege zu überwinden und eine Zone politischer…

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  • Nobelpreis-Splitter

    Mit einer beachtenswerten Meldung liess jüngst der Rechtsanwalt Dr. Georg Zanger aufhorchen, der aus Anlass der Eröffnung des Chinakulturzentrums in Wien kundtat, beim Nobelpreiskomitee in Norwegen anregen zu wollen, der Volksrepublik China den Friedensnobelpreis 2023 „für die einzigartige Befreiung von 800 Mio. Menschen aus der tiefsten Armut“ zu verleihen. In der Tat eine beachtliche politische Leistung, auch im Hinblick von an der Grösse gemessen vergleichbaren Staaten wie Indien. Die lobenswerte Initiative hat allerdings nicht viel…

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  • COVID 22 

    „Was kostet die Rettung einer Volkswirtschaft in Zeiten einer Pandemie?“, fragt keck ein österreichisches Journal, das mit Hunderten von „Seuchenkolumnen“ das Angst- und Paniknarrativ der Bundesregierung erst einmal kräftig befeuert hat, um sich ex post über das plutonische Füllhorn zu alterieren, das die Bundesregierung mittels verschiedener Instrumente wie Fixkostenzuschüsse, Ausfallboni, Verlustersätze, Umsatzersätze, Kurzarbeit etc. über seine Wirtschaftsklientel ausgeschüttet hat. Dass angesichts der ungeheuren Mittel, die in die Hand genommen wurden, wie die abgedroschene Idiomatik der…

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